Montag, 16. Januar 2012

Farewell

Sooo, nach langer Abwesenheit gehts hier auch mal wieder weiter...

Eine geile Zeit geht zu Ende und nur schweren Herzens werde ich mich morgen (Dienstag den 17.01.2012 um 13:15 Uhr) von meiner zweiten Heimat Napier trennen :-(

Nachdem der Tobi ja Ende November abgreiest ist, hat's mich ein 3. Mal in das Art-Deco-Paradies Napier verschlagen, wo ich mir ja eigentlich Arbeit erhofft hatte.Aber daraus wurde leider nichts. Nicht wirklich jedenfalls. Wegen der Sommerferien und der Weihnachtsfeiertage waren alle Jobs in der Stadt (Supermärkte, etc.) schon vergeben und für Fruit-Picking-Jobs hätte man ein Auto gebraucht. Naja und da ich leider meinen Goldesel daheim vergessen hatte und mir keinen vernünftigen Wagen leisten konnte, musste ich auf (bezahltes) Arbeiten verzichten! Die meiste Zeit jedenfalls. Vier Tage lang durfte ich aber auf der Farm der Hostelbesitzerin für kostenlose Unterkunft arbeiten. Ob Auto waschen/wachsen und Unkraut jäten oder Pferdeäpfel aufsammeln und Garage ausmisten, Christian durfte alles mal machen.
Ich hab' zwar kein Geld verdient, allerdings wurde ich durch einige Erfahrungen bereichert:
1. Neuseeländer können sich nur schwer von ihrem Eigentum trennen. Auch wenns kaputt und/oder unbrauchbar ist, lieber irgendwo verstauen als wegschmeißen. Das ganze resultiert dann in überfüllten Dachböden und Garagen. Aber was für ein Glück, dass es so viele arbeitsfreudige Backpacker gibt; somit erledigt sich das Messi-Problem wie von selbst.
Interessante Anekdote zu dem Thema:
Als erste Aufgabe wure mir das Ausmisten der Garage ans Herz gelegt. Die "Garage" (im Folgenden Spielhöhle genannt) diente hierbei als Spielzimmer für die zahlreichen Kinder der Familie (5?); und da Kinder ja bekannt dafür sind, dass sie nach dem Spielen immer aufräumen, musste ich auch gar nicht viel machen.
Zwischenzeitlich hab ich mich noch gewundert seit wie vielen Jahren die Spielhöhle nicht mehr bewohnt war, da neben 3cm dicken Staubschichten auch zahlreiche Spinnen (nein ich habe keine gesehen, allerdings sind Spinnweben doch immernoch Anzeichen für anwesende Spinnen, nicht wahr?) die Höhle ihr Eigen nannten.
Nun ja, drei Stunden später war jedenfalls grob all das Spielzeug aus dem Weg geräumt (auch wenn ich mich frage was Kinder mit einem Taucheranzug für Erwachsene anfangen) und ich wurde für meine Arbeit gelobt. Schließlich meint Dzidrah, die Hostelbesitzerin (nein sie kommt nicht aus Indien), zu ihrer Reiterkollegin (Dzidrah organisiert Horse-Trecks), dass sie ja überhaupt nicht verstehen kann warum die Kinder nicht mehr in der Spielhöhle spielen wollen, schließlich sind hier ja all die Spielsachen. Einer der wenigen Momente in meinem Leben, in dem ich mich mit Kindern solidarisch erklärt habe und mir dachte: "Ja ich habe es als kleiner Junge auch geliebt mit verstaubten und versponnenen Spielsachen zu spielen und kann gar nicht verstehen warum sich hier drinnen niemand aufhalten will! *Ironie Ende*"
2. Neuseeländer lieben deine Arbeit und sagen dir, dass sie noch viel mehr für dich zu tun haben, damit du, solange du hier bist, auch keine Unterkunft bezahlen musst. Schließlich bleibt es nur bei den Worten. Awesome! Awesome! AWESOOOOME!!! Argh!!!
3. Pferdeäpfel sammeln ist gar nicht so schlimm...sagte er und begegnete Pferdedurchfall...

Naja die Zeit bis Weihnachten ging dann dank Lasertag (sprich: Läisertäg; Paintball nur mit Laser), Filmen, Monopoly und Risiko, und jede Menge Minesweeper ratzfatz rum.
Weinachten war dann schon so ne Sache für sich. Leichte Anflüge von Heimweh, einer Organisation, die eine Woche vor Weihnachten schließt (und erst eine Woche nach Silvester wieder aufmacht) obwohl sie dir noch deine Weihnachtspakete schicken soll und äußerst seltsamen Zimmergenossen haben die Stimmung etwas getrübt. Aber nach einem ausgiebigen Christmas-Dinner waren auch schon alle Sorgen wieder verflogen.
Und dann wars auch schon soweit: Silvester, wuhu!!! Das letzte Jahr der Menschheit ist angebrochen :-D
War aber nich so der Hit: hat geregnet und nach einem zehnminütigen Feuerwerk war der ganze Zauber auch schon wieder vorbei...

Seitdem hat sich nicht mehr viel ereignet. Es war heiß aber nicht durchgehend. Es war auch mal schön windig und hat auch öfters mal richtig geschüttet. Alles in allem zufriedenstellend.
Eigentlich wollte ich ja schon viel früher weiterreisen, aber ich musste ja noch auf meine restlichen Päckchen warten...so hab ich mir die Zeit mit Strand- und Wasserfalltagen und sehr viel Lesen vertrieben. Jaja richtig: Christian liest und schaut keine Filme!

Naja und morgen gehts dann nach Wellington und am Mittwoch auf die Südinsel...

Von links nach rechts: Vicci, Sarah, Amai, Ich, Jenny
Abschließend möcht ich mich noch bei Janis (Deutschland), Becc (Neuseeland), Chris (Südafrika), Amai (Deutschland), Sarah (Kanada), Steph (Kalifornien), Jenny (Schweden) und Vicci (Wales) für die tolle Zeit bedanken, die ich hier verleben durfte...ihr werdet mir fehlen!










Random Finnish Girl, Steph, Jenny








Ja mann, ich hab' den deutschen Bäcker endlich gefunden :-D





Mittwoch, 16. November 2011

MEEEEGAPOST

Mt. Eden Krater
Hello folks...
lang lang ist's her...zwei Wochen um genau zu sein! Tut mir leid, dass ihr so lange warten musstet. Wir (ich und Tobi) waren ziemlich busy in letzter zeit und sind von einem Ort zum nächsten gereist.
Hier jetz also die neuesten Infos und natürlich Bilder :-)

1. Auckland: Ja das meiste von Auckland kannte ich ja schon aber ich musste den Tobi noch vom Flughafen abholen. Naja so konnte ich mir die restlichen Sehenswürdigkeiten von Auckland nochma angucken. Als erstes waren wir auf dem Mount Eden, einem Vulkanhügel mitten in der Stadt. Cooler Ausblick von da oben. Man hat einen 360°-Blick über die Stadt....und die ist echt riesig. Soll ja um die 70km im Durchmesser haben.
Als nächstes gings nach Rangitoto Island, einer der Stadt vorgelagerten Insel mit - wie solls auch anders sein - einem Vulkan drauf. Hier sieht die Landschaft schon ziemlich anders aus! Man läuft durch alte Kauri-Wälder und über endlose Felder mit versteinerter Lava. Auf Dauer wirds allerdings ziemlich eintönig :-D
Das is hier übrigens mit allem so: bei den Neuseeländern is ja alles "awesome" und "amazing"...aber wir wollen mal aufm Teppich bleiben. Sieht echt toll aus aber irgendwann hat man sich auch mal sattgesehen...Und 5 Stunden lang nur immer wieder schwarze Steine und alte Bäume zu sehen is dann eher "awful" als "awesome".
Naja und am letzten Tag waren wir dann noch im Museum. Nichts spektakuläres...etwas über die Maori und natürlich die beiden Weltkriege bei denen sich wider Erwarten sogar die Neuseeländer beteiligt haben. Kommt einem echt komisch vor, wenn man einen Schwarz-Weiß-Film mit Maori-Soldaten aus dem 2. WK sieht, die den Haka aufführen. (Haka = Tanz den man aufführt, wenn man in den Krieg zieht; gehört auch vor jedem Rugby-Spiel der All Blacks zum Programm)













2. New Plymouth: Unser nächstes Reiseziel war dann New Plymouth an der Westküste. Dort steht abgeschieden von jeglichem Gebirge der Mt. Taranaki - eigentlich die perfekte Kulisse für den "Einsamen Berg" aus dem Kleinen Hobbit. Der Maori-Legende nach stellen die Vulkane im Zentrum der Nordinsel (zu denen auch mal der Taranaki gehört haben soll) Menschen dar, die um eine Frau gekämpft haben. Ein Mensch/Vulkan hat den Kampf gewonnen und steht nun mit seiner Geliebten im Tongariro National Park während die anderen weggezogen sind. Den Taranaki hats anscheinend an die Westküste gezogen. Kann ich nich nachvollziehen, wo es da doch so kalt und stürmisch is...
Naja soviel zur Geschichte! Jedenfalls wollten wir da hochsteigen. Als wir in New Plymouth angekommen sind war auch perfektes Wetter: Sonne und klarer Himmel. Nur leider musste es dann die nächsten zwei Tage regnen und unser Ausflug ist buchstäblich ins Wasser gefallen. So konnten wir den Berg leider nur von Weitem sehen. Naja muss ich wohl irgendwann nochmal da hin!
Statt auf den Vulkan sind wir dann auf einen "kleinen" Felsen gestiegen, der dort am Hafen stand. Ich als perfekt ausgestatteter Backpacker bin natürlich in meinen Stofflatschen dahingegangen - in Erwartng eines einfachen Spaziergangs. Pustekuchen! Auf halber Höhe des Felsens wurden die fußgängerfreundlichen Treppen leider durch eine steile Kletterwand ersetzt! Und natürlich fängts dann auch noch zu regnen und zu winden an. Eine Vernunftskanone wie ich eine bin, wagt aber natürlich trotzdem den Aufstieg. Der war auch nich so schlimm...gruseliger war da der Abstieg. Aber wie ihr lesen könnt leb ich noch - und die Puma-Stoffschuhe leben auch noch. Da soll nochmal jemand sagen, man würde nur für die Marke zahlen.





lustiges Punker-Hühnchen



















The Beehive (der Bienenkorb) - neuseeländisches Parlament

3. Wellington: Weiter gings nach Wellington, der ziemlich windigen Hauptstadt Neuseelands. Auch hier stand wieder dasselbe auf dem Programm wie in jeder anderen größeren Stadt des Landes: ins Museum und auf nen (Vulkan-)Hügel gehn. Haben wir beides gemacht. War beides schön. "Been there, done that!", wie der Neuseeländer zu sagen pflegt.
Außerdem haben wir uns hier mit ein paar Au-Pairs getroffen, von denen ich eine noch von der Spanien-/Südfrankreich-Jugendfreizeit 2008 kannte. Haben dann den Guy Fawkes Day mit ein bisschen Party machen verbacht. War cool :-)
Achja und in unserem Hostel-Zimmer war einer aus Marktheidenfeld...das liegt ja bei mir quasi um die Ecke. Die Welt is doch ziemlich klein :-D


angeblich der Nr. 1 Pub in Wellington - naja um halb 12 nachts hatten die Barkeeper immer noch nichts zu tun
Cuba Street - Fußgängerzone




4. Nelson: Mit der Fähre gings dann rüber auf die Südinsel, wo wir den Abel Tasman National Park als Ziel hatten. In Nelson haben wir uns dann erstmal in nem Hostel einquartiert, in dem es jeden Abend um 8 Uhr Hot Brownie mit Eis gab. Toller Service :-)
In Nelson, der größten Stadt beim Nationalpark, sind wir dann erstmal - was auch sonst - auf nen Hügel raufgestiegen auf dem der geographische Mittelpunkt Neuseelands liegt. Wie immer war hier aber hauptsächlich der Ausblick das Sehenswerte!
Ja und dann gings am Freitag auch schon los in den Abel Tasman Park. Ich als Freund des Campens war besonders von den hauchdünnen Isomatten, dem kaum isolierten Schlafsack, den mangelnden Duschen, den penetranten Sandfliegen und dem 10kg-Rucksack, der mich die drei Tage begleitet hat, begeistert. :-D
Aber abgesehen davon wars ziemlich schön. Die Strände sind traumhaft und ansonsten is die Landschaft auch abwechslungsreicher als anderswo.
Und wie ich bei unserer Rückkehr ins Hostel erfuhr, war am Samstag das Hobbit-Filmteam in Nelson. -.- Es soll wohl nicht sein, dass ich denen übern Weg lauf!


































 Naja und das Fazit: jetzt hab' ich ne Erkältung! Bis bald :-)